Seid dankbar in allen Dingen

Mary Mshana

Unsere alltäglichen Tagesabläufe sind durch die COVID-19 Pandemie stark vändert.

 

Seit ungefähr drei Monaten sind unsere alltäglichen Tagesabläufe von der COVID-19 Pandemie unterbrochen. Mit der täglich steigenden Zahl der Infizierten und Verstorbenen, überschatten Angst und Unsicherheit unsere Gesellschaft.

 

Vor zwei Monaten bin ich von meiner ehemaligen Wohnung in Buruburu in das Mitarbeiterhaus auf dem PLCC Gelände in Ongata Rongai umgezogen. So hat sich auch dadurch mein Wochenablauf von den Fahrten ins Büro, ins Pangani Haus und ins 54 km entfernte Zentrum in Ongata Rongai neu sortiert. Anstatt stundenlang im Stau zu stehen, kann ich mich nun intensiver auf den weiteren Ausbau des Zentrums konzentrieren und mit den Mädchen lernen und Freizeit gestalten.

 

Die Schulschließungen wurden vom 6. Juni bis zum 1. September um drei weitere Monate verlängert, wodurch einige der Mädchen länger als erwartet bei ihren Angehörigen sein werden.

Montag bis Freitag vormittags ist 'Schulzeit' für die Mädchen. Nachmittags spielen sie und am Abend kümmern wir uns gemeinsam um die Planzen auf dem Gelände. Wir haben Namensschilder an den Pflanzen, um zu sehen, wessen Pflanze besser gedeiht und schöner als die anderen ist. Diese Zeiten erfreuen unser Herz; die Kinder sehen der Abendstunde mit hohen Erwartungen entgegen, verkünden laut alle Veränderungen, die sie entdecken und sind gespannt, was ich dazu meine. Immer mehr erkenne und schätze ich die individuellen Talente, die in den Mädchen heranwachsen und versuche sie zu pflegen.

 

Die Verlängerung lässt unseren Lehrkräften reichlich Zeit an der Erstellung des MGML- Unterrichtsmaterials weiterzuarbeiten. Ich konzentriere mich auf die Bedürfnisse der Mädchen, die im Zentrum geblieben sind, und kümmere mich um jene, die sich mit Bitte um Unterstützung von zuhause aus melden. Beim weiteren Ausbau des Zentrums geht es nun um den Bau der Mehrzweckhalle, dessen Beginn wir verschieben mussten, da wir wegen der Beschränkungen des Ministeriums für Gesundheit die benötigten Baugenehmigungen nicht einholen konnten. Wir hoffen, dass wir Anfang Juli mit der ersten Phase des Baus (Küche und Sanitärbereich) beginnen können. Gleichzeitig werben wir für weitere finanzielle Unterstützung.

 

Um zu gewährleisten, dass Spendengelder den Mädchen zugute kommen, mussten wir acht Mitarbeiterinnen, deren Aufgaben Präsenz am Arbeitsplatz erfordern, ohne Lohnfortzahlung bis zur Öffnung der Schulen nach Hause schicken. Die finanzielle Situation des PLCC wie auch der gesammten Kirche sieht nicht gut aus. Erschwerend kommt dazu, dass die Kirchenleitung zusätzliche Mittel benötigt, um die Wiederaufnahme der Gottesdienste entsprechend der Vorschriften des Gesundheitsministeriums möglich zu machen.

 

COVID-19 hat so viele Türen unseres gesellschaftlichen Lebens verschlossen, dass wir allen Grund zur Klage haben. Ich habe gelernt, unter allen Umständen dankbar zu sein; aber es fällt schwer, wenn das Leben nur aus Krankheit und Tod zu bestehen scheint. Gott zeigt sich uns in dieser besonderen Phase der Geschichte auf einzigartige Weise, zum Beispiel in dem, was er sowohl auf unserem Gelände als auch in den Herzen und Gemütern der Kinder wachsen!

Lasst uns dankbar sein in allen Dingen, wenn wir im Gebet aneinander denken.